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Sachsen-Anhalt Bundesland / DEUTSCHLAND    

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Über Sachsen-Anhalt
Das Land Sachsen-Anhalt hat in seiner heutigen Gestalt eine sehr kurze Tradition, denn es existierte als solches nur von 1947 bis 1952. Im Zuge umfassendender Verwaltungsreformen in der DDR wurde das Land aufgelöst. Aus ihm entstanden im wesentlichen die Bezirke Halle und Magdeburg. Erst mit der deutschen Wiedervereinigung 1990 entstand Sachsen-Anhalt wieder als eines der fünf neuen Bundesländer. Die Geschichte des historischen Raums Sachsen-Anhalt reicht hingegen bis weit in die Anfänge der deutschen Geschichte. Die Merseburger Zaubersprüche gehören zu den ältesten Zeugnissen deutscher Literatur. Thietmar von Walbeck (Thietmar von Merseburg) leitet das 1004 abermals eingerichtete Bistum Merseburg. Er gehört zu den wichtigsten und bekanntesten Geschichtsschreibern jener Zeit. Erzbischof Wichmann (1115-1192) kodifiziert das Magdeburger Recht, das heißt, er fasst wichtige Rechtsbestimmungen in einem Gesetzbuch ab. Das Magdeburger Stadtrecht erfährt internationale Verbreitung. Der Rechtsgelehrte Eike von Repgow verfasst den "Sachsenspiegel", ein bedeutendes Rechtsbuch, das sowohl Privat- und Strafrecht als auch Verfahrens- und Staatsrecht behandelt. Wie Repgow in seiner Einleitung schreibt, wolle er den Sachsen "einen Spiegel" vorhalten und das Recht auch in einer Bilderhandschrift den Analphabeten verständlich machen. Gründung der Universität in Wittenberg, eine der ältesten Universitäten im deutschsprachigen Raum. Der Wittenberger Theologieprofessor Martin Luther (1483-1546) veröffentlicht seine 95 Thesen am 31. Oktober und gibt damit den Auftakt für die weitgreifende Bewegung der Reformation. Philipp Melanchthon (1497-1560), Professor für griechische Sprache in Wittenberg, verfasst die "Confessio Augustana".
SACHSEN-ANHALT


Sie brachte entscheidende reformatorische Standpunkte zum Ausdruck. Melanchthon gilt neben Luther als weitere treibende Kraft der Reformation. Wegen seiner humanistisch geprägten Universitäts- und Schulreform erhält er später den Ehrentitel "Praeceptor Germaniae" ("Lehrmeister Deutschlands"). Die Marienbibliothek in Halle, eine der ältesten und größten Kirchenbibliotheken in Deutschland, wird gegründet. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wird die protestantisch gebliebene Stadt Magdeburg von den kaiserlichen Truppen Tillys erstürmt und gebrandschatzt. Bis zu diesem Zeitpunkt gehört Magdeburg zu den bedeutendsten Städten "Deutschlands". Nach der Eroberung wird sie fast völlig zerstört. In der Folgezeit geht die zentrale Rolle der Stadt verloren. Der Magdeburger Bürgermeister und Naturforscher Otto von Guericke (1602-1686) führt seinen berühmten Halbkugel-Versuch zum Nachweis des Vakuums auf dem Regensburger Reichstag vor. Der brandenburgische Kurfürst Friedrich III. eröffnet die Universität in Halle. August Hermann Francke, der Hallenser Pietist und Begründer der Franckeschen Anstalten, lässt auf dem heutigen Gelände der Stiftungen das erste Waisenhaus bauen. Die preußische Provinz Sachsen wird aus dem Nordteil des Sächsischen Königsreichs, der nach dem Wiener Kongress (1814/1815) an Preußen fällt, "altpreußischen" Territorien wie der Altmark, Magdeburg und Halberstadt sowie weiteren Gebieten, die Preußen zugesprochen werden, gegründet. Die Provinzgründung verändert die Situation an Mittelelbe, unterer Saale und Harz grundlegend: In den 130 Jahren ihrer Existenz bildet sich eine mitteldeutsche Identität aus, und ein typischer Wirtschaftsraum erwächst infolge günstiger Bedingungen. Otto von Bismarck (1815 bis 1898) wird preußischer Ministerpräsident. Der am 1. April 1815 in Schönhausen (Altmark) geborene Sohn eines Gutsbesitzers wird 1871 der erste Reichskanzler des deutschen Kaiserreichs. Bis 1890 bestimmt er maßgeblich die deutsche Politik. Naumburg wird Sitz des Oberlandesgerichtes für die Provinz Sachsen und das Herzogtum Anhalt. Magdeburg wird neben Frankfurt am Main zu einem Zentrum des Siedlungs- und sozialen Wohnbaus im Sinne des Neuen Bauens in Deutschland. Dessau bietet dem Bauhaus (1919 in Weimar begründet) eine Heimstatt. Als eine der ersten Hochschulen für Gestaltung führt es eine Reihe bedeutender Architekten und Künstler seiner Zeit zusammen und wird neben pädagogisch-innovativer Ausbildungsstätte auch Produktionsort und Mittelpunkt internationaler Diskussionen. Die NSPD wird bei den Landtagswahlen in Anhalt stärkste Partei und stellt erstmals einen Ministerpräsidenten. Die neue Regierung lässt das Bauhaus schließen, das nach Berlin ausweicht. Am 30. Januar wird Adolf Hitler Reichskanzler. Die Länder werden "gleichgeschaltet". Durch diese Maßnahme verlieren sie ihre Selbstständigkeit. Reichtstatthalter in Halt wird der Gauleiter von Magdeburg-Anhalt. Regimegegner werden verfolgt und Konzentrationslager unter anderem in Prettin (Lichtenburg) eingerichet. Während der Reichsprogromnacht (9. und 10. November) kommt es zu schweren Ausschreitungen und Misshandlungen jüdischer Bürgerinnen und Bürger. In Dessau und Halle werden die Synagogen zerstört. Auch in anderen Orten der Region finden Gewaltexzesse statt. Mit dem Angriff Deutschlands auf Polen beginnt am 1. September der Zweite Weltkrieg. Das heutige Sachsen-Anhalt wird zu einem der wichtigsten Rüstungsstandorte in Deutschland ausgebaut. Am 20. Januar findet die Wannseekonferenz statt. Ihr einziger Tagesordnungspunkt ist die "Endlösung der Judenfrage". Zu diesem Zeitpunkt haben Einsatzgruppen in Polen und in der Sowjetunion bereits über 500.000 Juden ermordet. Am 20. Juli scheitert das Attentat auf Hitler. Zu den Männern des 20. Juli gehören der Magdeburger Hennig von Tresckow, der Teutschenthaler Rittergutsbesitzer Carl-Emil Wentzel und der frühere Regierungspräsident von Merseburg, Ernst von Harnack. Wentzel und Harnack werden hingerichtet, von Tresckow begeht an der Ostfront Selbstmord. Magdeburg, Dessau, Halberstadt, Zerbst und Merseburg werden kurz vor Kriegsende durch alliierte Luftangriffe zerstört. Am 8. Mai kapituliert die Wehrmacht bedingungslos. Die jüdische Gemeinde Halle zählt 1933 - zu Beginn der nationalsozialistischen Diktatur - etwa 1.200 Mitglieder - keine 30 sind es danach. Die Provinz Sachsen-Anhalt wird gebildet. Erster Ministerpräsident wird Dr. Erhard Hübener (LDP). Am 10. Januar 1947 erfolgt die Verkündung der Verfassung und am 21. Juli 1947 die Umbenennung in "Land Sachsen-Anhalt". Das Landes Sachsen-Anhalt wird im Zuge der Zentralisierung der DDR aufgelöst und die Bezirke Halle und Magdeburg gebildet. Am 3. Oktober wird das Land Sachsen-Anhalt wiedergegründet. Die Bürger wählen am 14. Oktober erstmals nach 1946 in freier Wahl das Landesparlament. Zum ersten Ministerpräsidenten wird Dr. Gerd Gies (CDU) gewählt. Die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt wird am 16. Juli verkündet. Damit verfügt Sachsen-Anhalt nach Brandenburg und Sachsen als drittes neues Bundesland über eine demokratische Verfassung.

Landkreise im Sachsen-Anhalt
14 Landkreise im Bundesland Sachsen-Anhalt : Altmarkkreis Salzwedel (Landkreis) - Anhalt-Bitterfeld (Landkreis) - Burgenlandkreis (Saale) - (Landkreis) - Dessau-Roßlau (Kreisfreie Stadt) - Halle (Saale) - (Kreisfreie Stadt) - Harz (Landkreis) - Jerichower Land (Landkreis) - Landkreis Börde (Landkreis) - Magdeburg (Kreisfreie Stadt) - Mansfeld-Südharz (Landkreis) - Saalekreis (Saale) - (Landkreis) - Salzlandkreis (Landkreis) - Stendal (Landkreis) - Wittenberg (Landkreis)




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