Deutschland Information
Schleswig-Holstein Bundesland / DEUTSCHLAND    

Hauptthemen
Geschichte
Bevölkerung
Universitäten
Kultur
Parteien
Geografie
Physikalisch
Wirtschaft
Industrie
Größte Städte
Sehenswürdigkeiten

Bundesländer
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

Anmerkungen
Vorwahlen
Postleitzahlen
Autokennzeichen
Deutschlandkarte

Über Schleswig-Holstein
Katastrophenalarm in Schleswig-Holstein: gebrochene Deiche, überflutete Häuser und Menschen, die auf ihren Dächern Zuflucht suchen. In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 toben Sturm und Wasser über der Nordseeküste und Tideelbe und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Zeitzeugen erinnern sich. Die Wassermassen drücken immer stärker gegen die Deiche der Nordseeküste. An manchen Orten überspülen die Fluten sogar schon die küstennahen Häuser. Die Bewohner versuchen, ihr Hab und Gut gegen die Wassermassen zu verteidigen. Auch die Bewohner des Festlands haben mit dem Sturm zu kämpfen. In Husum steigt der Wasserpegel mit 5 Metern über Normalnull (NN) so hoch, wie es die Bewohner noch nicht erlebt hatten. Besonders schlimm kommt es für die Menschen im Uelvesbüller Koog auf Eiderstedt. Um Mitternacht steht das Wasser bis zu anderthalb Meter hoch in den Häusern. Im letzten Moment evakuieren Einsatzkräfte die Bewohner, die sich von ihren überfluteten Häusern trennen müssen. Auch in Büsum verlassen 1000 Menschen ihre Häuser in den niedrig gelegenen Stadtteilen. Lastkraftwagen transportieren sie ins sichere Heide. "Evakuieren ist etwas ganz Schreckliches. Man geht, ohne zu wissen, ob man zurückkommen kann und ohne zu wissen, was man dann vorfinden wird", sagte Ministerpräsident Carstensen. Aber nicht nur die Küste hat unter dem Sturm zu leiden. Der Wind presst die Wassermassen über die Elbe und ihre Nebenflüsse nach Itzehoe, Elmshorn und Uetersen. Die Städte werden überschwemmt und die Stromzufuhr reißt teilweise ab. Erst zwanzig Stunden später nimmt der Sturm ein Ende. Die schlimme Bilanz: Unzählige Häuser sind beschädigt. Von manchen bleiben nur noch Mauerreste übrig. Die Deiche des Festlands sind auf 150 Kilometern schwer beschädigt. Aber wie durch ein Wunder brechen sie nur an wenigen Stellen.
SCHLESWIG-HOLSTEIN


Dabei kommt Schleswig-Holstein noch mit dem Schrecken davon. Hier kostet der Sturm kein Menschenleben. Schlimme Nachrichten treffen dagegen von Schleswig-Holsteins Nachbarn ein: In Hamburg verlieren 315 Menschen ihr Leben. Viele überrascht der Sturm im Schlaf. Viele Einsatzkräfte und freiwillige Helfer arbeiten zusammen am Wiederaufbau der überschwemmten Gebiete. Die Schleswig-Holsteiner sind sich einig: Die Katastrophe vom Februar 1962 darf sich nicht wiederholen. Am 20.12.1963 verabschiedet die Landesregierung den "Generalplan Deichverstärkung, Deichverkürzung und Küstenschutz". Das Ziel: Modernisierung und Ausbau des Küstenschutzes. Die Sturmflut von 1962 hatte bewiesen, dass die Deiche zu niedrig und zu steil angelegt sind. Das Wasser legt bei flach zulaufenden Böschungen einen längeren Weg zurück und übt weniger Druck auf die Deiche aus. Zum weiteren Schutz werden Sperrwerke wie das Eidersperrwerk erbaut. Im Januar 1976 ruft eine erneute schwere Sturmflut die furchtbaren Erinnerungen der Nordseeküstenbewohner an 1962 wach. Mit weitaus höheren Windgeschwindigkeiten und Wasserständen richtet die Sturmflut jedoch keine vergleichbaren Schäden an. Der Ausbau des Küstenschutzes hat Schlimmeres verhindert und sich als unverzichtbar für Schleswig-Holstein erwiesen, denn fast ein Viertel des Landes ist überflutungsgefährdet. "Seit der letzten Sturmflut 1962 sind knapp zwei Milliarden Euro in Küstenschutzmaßnahmen geflossen. Damit haben wir Schleswig-Holsteiner einen hohen Schutzstandard erreicht. Es wäre fahrlässig, sich darauf auszuruhen. Schließlich leben in den überflutungsgefährdeten Gebieten über 350.000 Menschen und unzählige Tiere", sagt Ministerpräsident Carstensen. Das Aussehen der Küste hat sich dauerhaft verändert. Etwa 50 Prozent mehr als die heutigen Utlande umfasste dieses Gebiet vor 1362, schätzt Panten. 16 Kirchspiele seien "ganz und gar verschwunden", andere wurden wiedererrichtet. Die gravierendste Veränderung zeige sich bei der heutigen Insel Pellworm. Das gesamte Meeresgebiet zwischen Pellworm und Nordstrand war vor der Sturmflut Land. Zwischen dem heute dänischen Tønder und Bredstedt gab es ebenfalls große Landverluste, Sylt verlor seine westlichen Gebiete, die heutige Gestalt trat hervor. Auch die sagenhafte Stadt Rungholt, eine Art Atlantis des Nordens, das aber tatsächlich existierte, ging unter. Der meist befahrene Kanal der Welt, das größte Sommerfest Europas, die besten Handballer Deutschlands - Schleswig-Holstein ist nicht nur auf der Landkarte ganz oben. Unser Land zwischen den Meeren ist ein dynamischer Wirtschafts- und Technologiestandort, ein exzellentes Forschungsland mit Zukunftsbranchen wie Medizintechnik, Energie- und Umwelttechnologien oder der maritimen Wirtschaft und ein beliebtes Urlaubsland mit reicher kultureller Landschaft. Jedes Jahr kommen fast sechs Millionen Gäste, um an einmaligen Küsten, auf den Inseln und in wunderbaren Landschaften Erholung zu suchen oder sich bei attraktiven Kultur- und Sportereignissen wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival oder der Kieler Woche anregen zu lassen. Schleswig-Holstein ist ein leistungsfähiger Wissenschafts- und Hochschulstandort. Neun staatliche und drei private Hochschulen sowie zwei Verwaltungs-Fachhochschulen bieten ein breites Spektrum an Studiengängen mit internationalen Bachelor- und Master-Abschlüssen. Zurzeit studieren hier knapp 55.000 Menschen. Ingesamt forschen und lehren über 5.400 Frauen und Männer hauptberuflich an Schleswig-Holsteins Hochschulen, darunter mehr als 1.000 Professorinnen und Professoren.

Landkreise im Schleswig-Holstein
15 Landkreise im Bundesland Schleswig-Holstein : Dithmarschen (Landkreis) - Flensburg (Kreisfreie Stadt) - Hansestadt Lübeck (Kreisfreie Stadt) - Herzogtum Lauenburg (Landkreis) - Kiel (Kreisfreie Stadt) - Neumünster (Kreisfreie Stadt) - Nordfriesland (Landkreis) - Ostholstein (Landkreis) - Pinneberg (Landkreis) - Plön (Landkreis) - Rendsburg-Eckernförde (Landkreis) - Schleswig-Flensburg (Landkreis) - Segeberg (Landkreis) - Steinburg (Landkreis) - Stormarn (Landkreis)




deutschlandi.de, Werbung